Guna Yala war für uns vor einiger Zeit ein unbekannter Begriff. Schon bevor uns das Reiseziel Lateinamerika immer mehr in den Bann zog, begegneten uns häufig die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Rio de Janeiro in Brasilien, Macchu Picchu in Peru  oder die Salzpfanne Salar de Uyuni in Bolivien etc. Doch Guna Yala war uns neu und lässt uns seitdem nicht mehr los.

Guna Yala ist das autonome Gebiet einer der letzten indigenen Stämme des Chibcha-Volkes an einem 200km langen Küstenstreifen Panamas, inkl. der ca. 400 vorgelagerten Inseln – auch besser bekannt als San Blas Inseln.

Gebiet der Kunas - Guna Yala Panama

Uns fasziniert wie es der Bevölkerungsgruppe als einem von wenigen Stämmen gelang bis heute ihre Traditionen und Bräuche zu schützen. Daher nehmen wir euch heute mit auf eine Reise in die Geschichte und Kultur der Kunas.

Geschichte der Kunas

Vor der gewaltsamen Eroberung der Spanier lebten die Kunas im Landesinneren Panamas und im Norden Kolumbiens. Zu dieser Zeit kann man nicht von einem Volk sprechen, da sie in eigenständigen Stämmen lebten. Es wird von ca. 60 indigenen Stämmen ausgegangen. Sie teilten zwar Sprache und Kultur, betrieben jedoch keinen Handel untereinander und waren teils verfeindet. Kennzeichnend zu dieser Zeit war der Goldschmuck der damaligen Bevölkerung Panamas. Doch das Gold lockte auch die europäischen Eroberer immer mehr und diese drängten die Kunas zurück.

Nachdem die Kunas ca. 100 Jahre nach dem Eintreffen der Spanier vor diesen im ganzen Land auf der Flucht waren, sicherte eine strategische Entscheidung das Überleben des Volkes. Rund um das Jahr 1600 siedelten sich die Kunas an der Atlantikküste Panamas an. Die neue Heimat an der Küste lieferte keinen fruchtbaren Boden also machte sie ihnen auch keine andere Bevölkerungsgruppe streitig, die Spanier waren an den Häfen mit der Verschiffung ihrer Goldschätze und deren Verteidigung beschäftigt, so dass das indigene Volk dort neue Wurzeln schlagen konnte.

Neben den Kunas gab es nach dem Rückzug der Spanier noch die Stämme der Guayami (die heutigen Ngobe) und der Chocós – drei von ehemals 60 indigenen Stämmen Panamas.

Verteidigung der Kultur und Traditionen

Doch wie schafften es die Gunas als einer der wenigen indigenen Stämme Panamas ihre Traditionen und Bräuche zu erhalten? Zum einen durch die strenge Verteidigung ihrer Kultur, das organisierte Gemeinschaftsleben und die vehemente Beanspruchung ihrer Heimat an der Küste und auf den San Blas Inseln. Wer ist auch schon bereit so ein Paradies als Heimat aufzugeben?

Zum anderen verhalf Ihnen die geografische Lage dabei. Denn der Lebensmittelpunkt der Kunas verlagerte sich immer mehr auf die Inseln. Vorteil daran ist die dortige Isolation und die Kontrollmöglichkeit wer die Inseln betritt.

Blick vom Meer auf Kuna Dort in Panama Guna Yala San Blas

Ein weiterer Versuch die Kultur der Kunas zu zerstören und an die westlichen Kulturen anzupassen, durch die der Republik Panama Anfang des 20. Jahrhunderts scheiterte. Stationierte Polizeitruppen, Verbote der religiösen Zeremonien, des Nasenschmucks und der traditionellen Kleidung wurden durch eine Revolution der Kunas 1925 beendet. Danach wurden ihnen immer mehr Rechte zugesichert und schließlich eine Verfassung gewährt und das Land als ihr Eigentum und Reservat deklariert.

Heutiges Leben der Kuna Indianer

Molas der Kunas auf der Insel Aguja San Blas Panama

Bis heute sprechen die Kunas ihre eigene Sprache, verhindern die Bebauung oder den Verkauf ihrer Heimat und halten an ihren politischen Strukturen, der traditionellen Bekleidung und ihren Handwerkskünsten fest. Hervorzuheben ist die Erstellung der Molas, die in aufwändiger Handarbeit – teils 6 Monate – genäht werden.

Auch die Beinbinden aus Perlschnüren in geometrischen Mustern, die in mühsamer Weise angebracht werden, sind bis heute Teil der Nationaltracht.

Das alles macht das Reiseziel Guna Yala – San Blas Inseln zu etwas Besonderem. Denn dort ist als einiger von wenigen Plätzen der Welt noch unberührte Natur, selbstbestimmtes Leben von indigenen Völkern fernab des Massentourismus zu erleben.

Guna Yala erleben

Unterkunft San Blas Insel Aguja

Unterkunft Insel Aguja, Icodub

Auf unseren Panamareisen habt ihr die Möglichkeit das Leben der Kunas auf der Insel Aguja (Icodub) in einer einfachen Hütte nachzuempfinden. Wir haben uns bewusst für eine Option entschieden, die nicht mit dem Flugzeug angeflogen werden muss, um die Emissionen so gering wie möglich zu halten. Ihr werdet von einem Jeep von eurem Hotel abgeholt und kommt nach ca. 2,5 Stunden Fahrt durch eine wunderschöne unberührte Landschaft durch den Regenwald in die Comarca Guna Yala – das Gebiet der Kunas. Nach einer 20 minütigen Bootsfahrt erreicht ihr die Insel Aguja, Eure Unterkunft ist in einer einfachen Bambushütte mit eigenem Badezimmer, jedoch eingeschränkter Elektrizität. Doch das ist auch wichtig, um euch das Leben der Kunas besser vorstellen zu können und mal richtig abzuschalten.

Da die Fahrt nicht für jedermann geeignet ist, bieten wir euch neben der Anfahrt zu den San Blas Inseln per Jeep noch die Anreise zu den San Blas Inseln per Flugzeug. Die Variante per Flugzeug führt zu einer gehobeneren Lodge als die oben vorgestellte Icodub Lodge. Die genaue Reisebeschreibung zwischen Anfahrt auf die San Blas Inseln per Jeep und Flugzeug findet ihr in unserem Reisebaustein San Blas.

Habt ihr Lust auf Guna Yala und eine Reise auf die paradiesischen San Blas Inseln bekommen? Erfahrt mehr wie eine mögliche Rundreise durch Panama mit San Blas aussehen kann.