Besuch der Ngöbe Buglé in Bocas del Toro – einem der letzen Urvölker Panamas

Besuch der Ngöbe Buglé in Bocas del Toro – einem der letzen Urvölker Panamas

Bocas del Toro, Panama, Mai 2018

Bocas del Toro war das letzte Ziel unserer Panama Reise. Wir hatten überhaupt keine Erwartungen an Bocas del Toro, denn alle unsere Erwartungen wurden von Ort zu Ort in Panama übertroffen und wir dachten jetzt kann es nicht noch besser werden. Doch das wurde es.

Bocas del Toro ist eine Inselgruppe und ein beliebtes Reiseziel bei Panama Urlaubern. Das Inselarchipel liegt an der Grenze zu Costa Rica und ist ein Paradies für Wassersportliebhaber, eignet sich jedoch auch hervorragend für einen entspannten Strandurlaub. Die karibische Architektur der Häuser in Bocas del Toro sowie die freundliche Art der Einheimischen verwandeln den Ort in ein einzigartiges Urlaubsparadies.

Strand_Bocas del Toro_Panama

Das Highlight unseres Aufenthalts in Bocas del Toro war aber nicht der Strand, die schöne Landschaft oder die Natur. Das alles war auch faszinierend. Doch was uns heute noch kaum los lässt, ist der Besuch des indigenen Volks der Ngöbe Bugle auf einer der vielen Inseln in Bocas del Toro. Wieso uns der Aufenthalt bis heute so bewegt, berichten wir euch.

Wir brachen morgens mit unserer deutschsprachigen Reiseleiterin Miriam zur nächsten Insel auf. Nach einer kurzen Fahrtzeit über das karibische Meer erreichten wir den Steg.

Ausflug_Bocas del Toro_Panama

Empfangen wurden wir von Damaris, einer der Frauen des indigenen Dorfs der Ngobé Bugle. Seit 1997 leben die Ngobe Bugle, oder auf spanisch Ngäbe Buglé, auf einem eigenen Territorium. Ihre Comarca, das autonome Gebiet, erstreckt sich bis nach Costa Rica. Viele leben als Selbstversorger, von der Landwirtschaft und ein kleiner Teil vom Tourismus. Im Hinterland sind wir an vielen einfachen Holz- oder gar Wellblechhütten vorbeigefahren.

Überall auf den Straßen durch die Comarca Ngäbe Bugle, sind wir Frauen des indigenen Volks mit traditioneller Kleidung begegnet. Die Kleider der Frauen sind sehr bunt und haben Verzierungen.

Kleine Runde durchs Dorf

Unsere Tour begann mit einem kurzen Rundgang durchs Dorf. Unsere Reiseleiterin Miriam hat die Ausflüge zum Dorf der Ngobe Bugle ins Leben gerufen, um das Dorf mit den Einnahmen aus dem Tourismus zu unterstützen. Miriam ist bei den Bewohnern bekannt. Sie sind sehr offen und ganz anders als die Kunas, die wir auf den San Blas Inseln kennengelernt haben. Einige winken uns zu und insbesondere die Kinder sind sehr neugierig. Doch gerade ist Unterricht, da wollen wir nicht stören und laufen ganz unauffällig am Klassenzimmer vorbei. Die Kinder bekommen auch Englischunterricht, die Lehrer reisen dafür von den anderen Inseln an.

Ngobe_PanamaKlassenzimmer_Panama

Miriam zeigt uns verschiedene Pflanzen von denen sich die Einheimischen ernähren, einige Häuser und „Gärten“ sowie den Fussballplatz des Dorfes.

Kokosbrot backen

Indigenes Dorf_Panama

Im Anschluss sind wir eingeladen den Frauen des Dorfes zuzusehen wie sie das traditionelle Kokosbrot backen. Normalerweiße wird das Brot im Haus der Gemeinschaftsküche gebacken, doch das ist leider abgebrannt.

Daher backen wir das Brot zusammen in der Küche einer Familie. Schritt für Schritt zeigt uns Damaris wie sie aus einer Kokosnuss, etwas Mehl und Wasser Kokosbrot herstellt. Wir sind ganz fasziniert und werden während dessen von den anderen Familienmitgliedern mit neugierigen Augen angesehen.

Panamareise_Ausflug_NgobePanama_Ausflug_authentisch_Ngobe

Einfacher_Ofen_PanamaPanama_Ngobe_Kokosbrot

Die Hauptattraktion des Tages ist  unser kleiner Sohn, der die kleinen und großen Herzen höher schlagen lässt. Ohne Angst und ohne die gemeinsame Sprache zu kennen, fangen die Kinder an miteinander zu spielen. Es ist egal, dass das Kleid des Indianermädchens Löcher hat und etwas schmutzig ist. Es ist auch egal, dass die Kinder eine andere Hautfarbe haben. Genauso egal ist es, dass die Familie in sehr einfachen Verhältnissen lebt.

Für uns ist so ein Leben unvorstellbar – in einer Holzhütte zu leben, Kokosnüsse mit Macheten zu öffnen, den Herd mit Plastikmüll zu befeuern oder keine Toilette zu haben.Daher frage ich Miriam, ob die Dorfbewohner glücklich sind. Und sie sagt sofort ja. Nach einer weiteren halben Stunde in der Hütte verstehe ich auch warum. Die Menschen dort sind glücklich, weil sie gesund sind, weil ihre Kinder in eine Schule gehen können und weil sie das wichtigste um sich haben, ihre Familie. Dort spielt es keine Rolle, wer das schnellste Auto hat, das modernste Küchengerät oder das neuste Karohemd.

Ausflug_Bocas_Ngobe

Während das Brot auf dem Herd gebacken wird, werden alle mit selbstgemachten Eis versorgt, auch unser Sohn. Alle sind gleich, die Süßigkeiten werden geteilt, das Brot, das Eis. Mir war das richtig unangenehm. Ich bin innerlich fast im Boden versunken und ich habe erst versucht, die Süßigkeiten abzulehnen. Nicht weil mich der darin enthaltene Zucker gestört hat. Nein, weil ich wusste, dass die Familie so wenig hat und jetzt auch noch ihr Essen mit uns teilt. Aber die Freude in den Augen der Familie war so groß als sie uns auch etwas geben konnten.

traditioneller Kakao_Panama

 

Nachdem das Kokosbrot fertig war, durften wir auch noch den frisch aufgesetzten Kakao probieren. Der wurde nicht wie bei uns mit Milch, sondern ganz einfach mit Wasser zubereitet. Schmeckt anders, aber köstlich.

 

 

Herstellung Chacara Taschen

Weiter ging es in ein anderes Haus, in dem uns die Frauen zeigten wie aus Naturfasern Taschen hergestellt werden, die sog. Chacara Taschen. Die Herstellung der Taschen ist eine weitere Einkommensquelle für die Ngobe Bugle. Zuerst werden Fäden einer Pflanze abgezogen, getrocknet und gekämmt. Mit einer bestimmten Technik werden die Fäden dann geknüpft und zu Taschen weiterverabeitet. Manchmal haben die indigenen Frauen auf der Insel in Bocas del Toro auch schon Plastik upgecycled und daraus Chacara Taschen hergestellt.

Wie genau die Herstellung der traditionellen Chacara Taschen aussieht, erfahrt ihr in diesem Video.

Während wir die einzelnen Schritte der Produktion der Chacara Taschen kennenlernten, spielten die Kinder immer vertrauter. Neben den Chacara Taschen wird auch Schmuck und weitere kleine Accesoires in Handarbeit hergestellt.

Nachdem wir eine Chacara Tasche erworben haben, wurden wir auf dem Weg zum Steg von unseren ganzen kleinen Freunden begleitet. Als wir abfuhren haben sie uns vor Freude zugejubelt, dass mir und ich glaube auch Miriam die Tränen kamen. Mit solcher einer Herzlichkeit und Wärme wurden wir bisher noch nirgends auf der Welt empfangen.

Toilette für Indianerdorf

Wir waren noch den ganzen Tag mit Miriam auf den Inseln unterwegs und immer wieder haben wir uns über das kleine Dorf unterhalten. Die größten Probleme sind einerseits das angeschwemmte Plastik und andererseits die nicht vorhandene Toilette.

Miriam setzt sich schon seit einiger Zeit für eine neue Toilette ein, denn so könnte der Aufenthalt im Dorf auch für Touristen anders gestaltet werden. Aktuell kann immer nur ein kurzer Stopp eingeplant werden, da keine Toilette vorhanden ist. Daher hat Miriam den Dorfbewohnern versprochen gemeinsam mit ihnen eine richtige Toilette zu bauen. Allerdings scheiterte das Projekt bisher an der Finanzierung. Wir hatten bereits in Panama zugesichert, dass wir einen Beitrag zur Toilette spenden werden. Doch mit einer Anzeige zu einem Spendenaufruf, kam mir schließlich die Idee einfach selbst eine Spendenkampagne zu starten und Miriam beim Bau der Toilette zu unterstützen.

Denn so haben die Einwohner nicht nur ein hygienischeres zu Hause, so können auch mehr Besucher das Dorf besuchen. Denn aktuell ist der Besuch nicht für jeden geeignet. Es empfängt einen die Realität Bocas del Toros und nicht das schön sanierte und neugebaute Bocas del Toro. Genau das wollten wir auch, einen authentischen Einblick in die Kultur und Lebensweise der Einheimischen. Dass wir dazu die Chance hatten und jetzt auch einen kleinen Beitrag zu einem schöneren Dorf beitragen können, freut uns umso mehr.

Wer auch einen kleinen Beitrag zu der Toilette für die Ngobe Bugle Indianer beitragen möchte, findet hier die Kampagne:

Es muss keine große Summe sein, jeder Euro ist hilfreich.

Wir halten euch auf dem Laufenden wie es im Dorf weitergeht und wie der Bau der Toilette vorankommt.

Weitere Infos zu Panama Reisen

 

Urlaub in Panama – Reisebericht Teil 3

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Boca Chica – Nationalpark Chiriqui

Der letzte Stopp an der Südküste am Pazifik Panamas war in Boca Chica. Hier erwartete mich ein besonders elegantes Hotel mit einem vielfältigen Angebot.

Frühstück_Panama_Reisebereicht

Restaurant_HotelBocaChica_Panama Urlaub

Es gibt dort die Möglichkeit verschiedene Ausflüge zu besuchen oder wie ich, eine Bootsfahrt durch den Nationalpark Chiriqui zu machen. Der Nationalpark Chiriqui besteht aus vielen kleinen und hauptsächlich unbewohnten Inseln im pazifischen Ozean. Die Bootstour wurde von unserem Hotel Boca Chica organisiert und war sehr eindrucksvoll.

Unser Guide sprach Englisch und führte uns als erstes zu einer kleinen Insel auf der ganz viele Affen leben. Wir fuhren weiter bis zu einem kleinen Felsvorsprung auf dem unzählige Vögel Pause machten.

Highlight des Ausflugs war das Schnorcheln kurz vor der nächsten Insel. Unser Guide nahm auf alle aus der Gruppe Rücksicht. So konnten Anfänger und Schnorchelprofis gemeinsam ein Abenteuer erleben und zusammen mit Schildkröten schnorcheln.

Schorcheln_Panama_Erfahrungsbericht

Unser nächstes Ziel während der Bootsfahrt durch den Nationalpark Chiriqui war die Isla Gomez. Dort konnten wir Schwimmen, unter den Palmen im Schatten entspannen. Ganz umweltschonend gab es als Snack eine Ananas- und Kokosnussverkostung. Wir waren dort die einzigen weit und breit. Das war ein richtiges Robinson-Cruso Feeling.

frische Kokosnuss_Panama Reise Golf von Chiriqui Panama Reise

Nach unserer Pause auf der Insel Gomez sind wir nochmal raus aufs Meer gefahren und konnten einige Delphine sehen.

 

Mount Totumas Cloud Forest – aufstehen mit Brüllaffen auf der höchsten Eco-Lodge Panamas

Nach 6 Tagen Meer ging es anschließend zum Mount Totumas Cloud Forest. Dort übernachtete ich in der höchsten Eco Lodge Panamas. Das Auto musste ich in Volcan stehen lassen und wurde von einem Fahrer abgeholt.

Straße Mount Totumas Lodge_Panama

Blick Mount Totumas Lodge_Panaam

Die einstündige Fahrt durch den Regen- und Nebelwald führte mich zu einem der wohl schönsten Orte auf diesem Planeten. Der Ausblick, die Vielfalt der Bäume, Pflanzen und Vögel sind unbeschreiblich.

Am Tag nach meiner Ankunft brach ich am frühen Morgen mit einem einheimischen Guide auf, welcher selbst dort bei einem indigenen Volk aufgewachsen ist, um die Schönheit der Natur zu entdecken. Auf unserer Reise begegneten uns viele Vögel, welche wir am Abend zusammen mit dem Hotelbetreiber, welcher selbst Vogelbeobachter ist, in einem Buch über die einheimischen Vögel Panamas suchten und fanden. Außerdem erwähnenswert sind die dort lebenden Brüllaffen. Diese zählen zu den Frühaufstehern unter den Tieren und stimmen mit dem Sonnenaufgang zusammen das Lied der Natur an und sind kilometerweit zu hören.

Vogelbeobachtung_Panama_Reise

Vom Frühstückstisch aus ergibt dies zusammen mit den Geräuschen der Kolibris und anderen Vögel ein einzigartiges Naturerlebnis. Durch den erfahrenen Guide ist es uns auch gelungen die Brüllaffen aus nächster Nähe und durch Ferngläser in den Baumkronen des Regenwaldes zu finden.

 

Bocas del Toro, das Inselparadies und der letzte Stopp auf meiner Panama Reise

Container_Rüchte_PanamaReise Anfahrt Isla Colon_Chiquita Hafen Häuser Bocas del Toro_Panama Reise

Am 14.Tag meiner Reise durch Panama musste ich dieses wunderbare Paradies verlassen und machte mich auf zum letzten Stopp. Nachdem mich ein Fahrer wieder zu meinem Auto brachte legte ich die letzten Kilometer auf Panamas Straßen zurück und beendete die Mietwagentour in Bocas del Toro.

Die Region ist durch die Bananen der United Fruit Company oder heutzutage auch Chiquita genannten Firma bekannt, welche dort zu Gründungszeiten ihren Unternehmenssitz hatte. Mit dem Boot ging es weiter auf die Insel Colon.

Den restlichen Tag in Bocas del Toro nutzte ich um mich mit ein paar Souvenirs, Schokolade und Kaffee einzudecken. Danach checkte ich in dem neusten Hotel der Insel ein, welches erst im Dezember letzten Jahres nach 3 Jahren Bauzeit eröffnete. Das älteste Hotel der Insel ist übrigens das ehemalige Hauptgebäude der United Fruit Company, welche ihren Standort nach einem Brand auf der Insel auf das Festland verlagerte.

Früchte Isla Colon_Panama Reise Meerblick_Panama Reisebericht

Diese und viele weitere Informationen habe ich von meiner deutschsprachigen Reiseleiterin Miriam erfahren, welche mich am letzten Tag meiner Reise begleitete. Mit dem Boot machten wir uns auf den Weg, um eines der indigenen Dörfer dort zu besuchen. Die Einheimischen zeigten uns wie sie das beliebte Kokosnussbrot backen und ihre traditionellen Stofftaschen herstellen.

Leider gibt es auf dieser Insel auch Schattenseiten. Überall auf der Insel lag Plastikmüll herum, welcher zum größten Teil von den umliegenden Inseln angespült wurde. Eine Müllabfuhr gibt es für die Inselbewohner nicht. Diese sind gezwungen den Müll zu verbrennen und atmen dabei die giftigen Gase ein. Im Kampf gegen den Müll hat die Regierung des Bezirks zu Beginn dieses Jahres ein Verbot von Plastiktüten und Strohhalmen eingeführt. Allerdings gibt es immer noch sehr viele Plastikflaschen und Verpackungsmaterialen, welche im Meer landen. Eine Toilette nach unseren Vorstellungen gibt es auf der Insel auch nicht. Die meisten der Wohnungen dort hatten auch keinen Stromanschluss und die Gemeinschaftsküche im Dorf sei vor kurzem abgebrannt, weshalb wir das Brot in einem Haus einer Familie gebacken haben. Die Menschen dort sind sehr freundlich und haben mich mit offenem Herzen empfangen.

Einblick Dorflebene_Ngobe_Bugle_Panama Reisebericht Besuch mit Reiseleiterin_Bocas del Toro_Panama Reise

Als Dolmetscherin diente meine Reiseleiterin, da die meisten Bewohner nur Spanisch und ihre eigene Sprache gesprochen haben. Hoffnung macht die Tatsache, dass eine Stiftung bereits vor mehreren Jahren dafür gesorgt hat, dass es in jedem Haus auf der Insel einen Wasseranschluss gibt. Die Kinder besuchen auch eine Schule, bei der auch regelmäßig Lehrer von den umliegenden Inseln unterrichten und die Kinder so die Möglichkeit haben Englisch zu lernen. Meine Reiseleiterin Miriam setzt sich gerade zusammen mit Go’n joy Erlebnisreisen für den Bau von Toiletten ein und ist dabei Spenden zu sammeln. Sie selbst kommt aus Deutschland und wohnt seit 10 Jahren in Panama.

Am nächsten Tag endete meine Panama Reise. Es ging mit Flugzeug zurück nach Panama Stadt und von dort aus nach Europa.

Ich habe mich ganz bewusst für dieses Ende der Reise entschieden, um mir bewusst zu machen, dass es neben den schönen Hotels, der wunderbaren Natur und der vielfältigen Tierwelt, wie in jedem Land, auch einige Probleme in Panama gibt. Es ist unser aller Aufgabe zu Hause wie auf Reisen auf unsere Umgebung zu achten, die Natur zu schützen und den Menschen, die unsere Hilfe benötigen, zu helfen.

Wer Teil 1 und Teil 2 meines Reisebericht noch nicht kennt, klickt einfach auf die folgenden Buttons:

Reisebericht Panama Teil 1Reisebericht Panama Teil 2

Bericht und Bilder von Robert L.

Ich bin Anna – Panama Spezialistin bei Go’n joy Erlebnisreisen und habe Roberts Reise durch Panama geplant.

Habt ihr auch Lust auf eine Panama Reise? Ich erstelle euch gerne einen individuellen Routenvorschlag mit geprüften Unterkünften, der zu euch passt.

Anna

Panama Spezialistin, Go'n joy Erlebnisreisen - Reiseveranstalter für Mittel- und Südamerika

Urlaub in Panama, Mai 2018 – ein Reisebericht Teil 2

Urlaub in Panama, Mai 2018 – ein Reisebericht Teil 2

Von El Valle de Anton bis nach Santa Catalina

Zuerst vielen Dank für das viele positive Feedback zu meinem ersten Blogartikel. Ich möchte euch mit meinem Reisebericht einen kleinen Einblick darüber geben, wie eine Reise nach Panama aussehen kann, wobei sich die Schönheit der unberührten Natur nur schwer mit Worten beschreiben lässt. Nachdem ich den ersten Tag noch in Begleitung einer Reiseleiterin war und von einem Fahrer chauffiert wurde, war es nun an der Zeit mich selbst hinter das Steuer zu setzen. Der Teil vor dem ich vor der Reise am meisten Respekt hatte. Immerhin besitze ich selbst kein Auto und sammle nur unregelmäßig Fahrpraxis, wobei ich stets ein sehr sicherer Fahrer gewesen bin. Linksverkehr, wild hupende Autos und Raser sucht man in Panama vergeblich. Wie in Deutschland gibt es in Panama Rechtsverkehr und das Tempolimit ist auf maximal 100 km/h begrenzt. Lediglich der Blinker wird von den Panameños konsequent nicht genutzt. Besonders im Stadtverkehr muss man hier aufpassen. Mein erster Stopp war ein naheliegender Supermarkt, in dem ich mir einige Snacks und Getränke für die Fahrt besorgte. Dann ging es los. Ich tippte mein erstes Ziel in das integrierte Navigationsgerät des Autos ein, welches überraschend gut funktionierte. Einen Internetanschluss gab’s übrigens zum Auto in Form eines mobilen Hotspots dazu. Die Route führte mich vorbei am Fischmarkt, durch die Altstadt Panama Citys, dem Casco Antiguo, und über die Bridge of America. Der Weg führte mich entlang auf die Panamericana. Eine der berühmtesten Straßen der Welt, von Alaska bis Feuerland. Entlang der zweispurigen Panamericana kann man die gesamte Vielfalt Panamas erleben. Niemals enden wollende Städtchen aus der Kolonialzeit, wie man sie aus den Südstaaten kennt, unberührte Landschaften, die sich schier unendlich Richtung Horizont erstrecken und das eindrucksvolle Bergland im Westen des Landes, bieten unvergessliche Erinnerungen.

El Valle de Antón – Ein Paradies auf Erden.

Tag 4 brachte mich in eine wunderschöne Kleinstadt in Mitten eines Vulkankraters (Caldera), welcher vor 56.000 Jahren entstanden ist. Der fruchtbare Boden bietet die Grundlage für eine artenreiche Flora. Die Straßen werden abseits der Hauptstraße auf beiden Seiten von kleinen Bachläufen und Bäumen begleitet. Über kleine Brücken gelangen die Einwohner El Valles zu ihren Grundstücken. Die Vorgärten der Häuser sind üppig begrünt und haben alle eine Auszeichnung verdient. In der Dämmerung geben Frösche ein unvergessliches Konzert. Die Schönheit von Valle de Antón lässt sich kaum in Bildern festhalten und noch weniger mit Worten beschreiben. Man muss es selbst gesehen haben. Nachdem ich in meinem B&B mit dem bezaubernden Namen Park Eden eincheckte, war es auch schon Zeit für das Abendbrot. Entlang der Hauptstraße gab es eine große Auswahl an Restaurants. Bevor ich mich am nächsten Tag auf den Weg zu meinem nächsten Reiseziel gemacht habe, nutze ich die Zeit um meine neugewordene Lieblingsstadt zu entdecken. Dort besuchte ich heiße Quellen, einen Schmetterlingsgarten und einen Wasserfall. Der Weg zum Wasserfall führte mich vorbei an historischen Höhlenmalereien.

Pedasi – Azuero Halbinsel

Über die Panamericana führte mich mein Weg an Tag 5 auf die Azuero Halbinsel nach Pedasi. Eine ländlich geprägte Region, die von Landwirtschaft und Fischerei lebt. Dort hatte ich die Wahl zwischen einem Ausflug zum Nationalpark Iguana oder den Playa Venao. Ich entschied mich für das zweite Ziel. Auf dem Weg dorthin hielt ich an einer Brücke, die über einen fast ausgetrockneten Fluss führte. Auf dem Grund konnte ich noch einige Fische sehen, deren Schuppen sich wie Silbermünzen im Wasser spiegelten.
Dies lockte eine Schar Geier an, welche sich auf ihre Mahlzeit freuten. Im Hintergrund beobachtete eine Kuhherde das Geschehen. Dort gelang mir auch eine Aufnahme von einem Salamander. Ich hatte Glück, denn auf dem Rückweg war von diesem Naturschauspiel nichts mehr zu sehen. Genauso beeindruckend war das eigentliche Ziel meines Ausflugs. In einer kleinen Bucht erstreckte sich über mehrere hundert Meter ein fantastischer Sandstrand. Kleine und große Wellen laden hier Anfänger und Profis zum Surfen ein.

Sicher hätte man hier auch einen Kurs buchen können, aber ich beschränkte mich darauf ein bisschen im Meer zu baden und die Aussicht zu genießen. Nachdem ich einige Tage zuvor meine Füße das erste Mal in den Atlantischen Ozean tauchte, konnte ich nun ca. 300 Kilometer südlich das gleiche im Pazifischen Ozean tun. Trotz des bewölkten Himmels holte ich mir in meiner Naivität, ohne Sonnenschein keine Sonnencreme benutzen zu müssen, direkt meinen ersten Sonnenbrand auf meiner Panama Reise. Es sollte nicht der letzte gewesen sein. Nachmittags unternahm ich einen Ausflug zu einem Strand, der nur ca. 1,5km von der Innenstadt Pedasis entfernt war. Neben Krabben entdecke ich an einem etwas abgelegeneren Teil der Küste Unmengen an angespülten Plastikflaschen. Innerhalb von 5 Minuten hatte ich einen ganzen Beutel voll gesammelt und damit kaum eine Besserung erzielt. Menschen waren dort keine zu sehen und ich gehe davon aus, dass all der Müll über das Meer angespült wurde. Achtet bitte nicht nur bei eurer Reise unbedingt darauf selbst möglichst wenig Müll zu produzieren. Umweltverschmutzung ist ein weltweites Problem, nicht nur in Panama und es ist unser aller Aufgabe mit einem guten Beispiel voran zu gehen. Leider habe ich in Panama oftmals beobachten müssen, dass der Plastikmüll einfach auf offener Straße verbrannt wird.
Plastik Pedasi Strand Panama

Was Pedasi sonst noch für Sehenswürdigkeiten hat, erfahrt ihr im Blog-Artikel Urlaub in Pedasi.

Santa Catalina – Inseln und Meer

Am 7. Tag meiner Panama Reise ging es entlang der Pazifikküste von Pedasi nach Santa Catalina. Die Unterkunft lag diesmal an einem steilen Berg und ich wurde mit meinem Gepäck zusammen vom Besitzer mit seinem 4x4 Jeep nach oben gefahren. Er scherzte, dass er vorhat einen Aufzug zu bauen und solange der Aufzug nicht fertig ist, ist sein Auto der Aufzug für die Gäste. Nochmal eine Etage höher lag das hoteleigene Restaurant sowie ein Swimmingpool. Man konnte den gesamten Weg natürlich auch über Treppen in wenigen Minuten zurücklegen. Eine Besonderheit stellte die Canopy Tour dar. Bei der ich für ca 20$ Dollar eine grandiose Aussicht über den Urwald bis zum Meer und den nötigen Adrenalinkick bekommen habe. Ähnlich wie bei einem Hochseilgarten wird man mit einer Gurtkonstruktion und Karabinern an einem Drahtseil befestigt. Anders als beim Klettern dient der Gurt nicht nur der Sicherheit sondern auch als Sitz. Es gehört also einiges an Überwindung dazu den Absprung von der Startplattform zu wagen und sich ins waghalsige Abenteuer zu stürzen.
Canopytour Santa Catalina PanamaFür den nächsten Tag habe ich schon vorab einen Ausflug auf die Insel Coiba gebucht. Zum Startpunkt der Tour wurde ich vom Hotelbesitzer gebracht. Dort angekommen bekam ich meine Schnorchelausrüstung. Zusammen mit 5 anderen Reisenden und einem Guide begann unsere Bootstour zur Insel Coiba. 90 Minuten entlang der Küste führte uns die Fahrt auf dem Meer zu einem der größten und vor allem schönsten Schnorchelspots in Panama. Neben Korallen, Seesternen und vielen bunten Fischen konnte ich auch Schildkröten sehen. Den anderen aus meiner Gruppe ist es sogar gelungen einen Hai zu finden. Mir als Anfänger im Schnorcheln war das etwas zu viel Aufregung und ich beschränkte mich auf die etwas kleineren Fische, welche nicht weniger schön sind. Zur Mittagspause machten wir Halt auf der größten Insel des Nationalparks und Panamas, der Insel Coiba. Dort kann man mit etwas Glück Krokodile, Affen und diverse Vögel sehen. Anschließend besuchten wir noch 2 weitere Inseln, an deren Stränden wir schnorchelten ehe wir uns auf die 90 minütige Rückfahrt machten. Vor lauter Schnorchelei wäre ich fast auf dem Boot eingeschlafen als plötzlich einige Delphine an unserem Boot vorbeischwammen. In der Walsaison kann man hier noch ein viel größeres Naturspektakel erleben. Hier treffen sich jährlich von ca. Juni bis Oktober verschiedene Walarten, um in den warmen und nährstoffreichen Gewässern ihre Jungen auszutragen.   Wohin es mich an den letzten Tagen meiner Reise verschlagen hat, erfahrt ihr im nächsten Artikel. Kennt ihr schon Teil 1 und Teil 3 meines Reiseberichts durch Panama?

Zum 1. Teil meiner Panama ReiseReisebericht Panama Teil 3

Text und Bilder: Robert L.

Ich bin Anna – Panama Spezialistin bei Go’n joy Erlebnisreisen und habe Roberts Reise durch Panama geplant.

Habt ihr auch Lust auf eine Panama Reise? Ich erstelle euch gerne einen individuellen Routenvorschlag mit geprüften Unterkünften, der zu euch passt.

Anna

Panama Spezialistin, Go'n joy Erlebnisreisen - Reiseveranstalter für Mittel- und Südamerika